Safari Afrika > Land und Leute > Ägypten > Ägyptische Antike

Triaden des Mykerinos

Pharao Mykerinos aus der 4. Dynastie

Ägypten

 Triaden des Mykerinos

Der berühmte Ägyptologe George Reisner fand 1908 bei Ausgrabungen im Taltempel des Pharao Mykerinos in Giza (Giseh) mehrere sehr gut erhaltene Statuengruppen, unter anderen auch die hier gezeigten drei Triadengruppen des Mykerinos. Heute stehen die aus Graugrünen Schiefer (Grauwacke) gearbeiteten Skulpturengruppen im Ägyptischen Museum in Kairo.

Der Ausgrabungsfund der Triadengruppen war eine Sensation, denn sie waren künstlerische Meiserwerke mit einer handwerklichen Fertigkeit auf höchsten Niveau und ein wichtiges Dokument aus der Regierungszeit des Pharao Mykerinos. Alle drei Triaden sind jeweils aus einem Steinblock gefertigt.

Mykerinos ist auf den Triaden die vorherrschende Gestalt. Er trägt die weiße Krone Oberägyptens und den Schendit (shendit) den traditionellen Faltenrock.den ein Pharao immer zu einem nackten Oberkörper trug. Zu seiner Rechten befindet sich die Göttin Hathor mit der dreigeteilten Perücke. Auf ihrem Haupt trägt sie das markante Attribut der Sonnenscheibe zwischen zwei Kuhhörnern. In der rechten Hand trägt sie das Shen-Zeichen als ein Symbol der Ewigkeit. Die Figuren zur Linken des Pharao Mykerinos verkörpern die Göttlichkeit der jeweiligen Verwaltungsbezirke.

Typisch für die altägyptische Darstellung von Skulpturen sind die Rückenplatte oder ein Rückenpfeiler. Bei den Triaden nutzte der Künstler die Rückenwand, um die Insignien der Göttinnen, das Gauzeichen und die Krone als erhabenes Relief auszuführen.

Auf der Bodenplatte vor den Füßen der Skulpturen befinden sich eingravierte Hieroglyphen mit Bezug zu den Figuren. Zu Füßen der Hathor steht “ Hathor, Herrin der Sykomore. Vor dem rechten Fuß des Pharaos steht der Geburtsname Menkaure, “ Mit bleibenden Ka-Kräften, ein Re”. Damit kommt die direkte Nähe und Verbundenheit zwischen König und Sonnengott (Re) zum Ausdruck.

Die Triaden des Mykerinos haben eine Höhe von:

 

93,00 , 95,5 und 92,5 cm

 

 

Wer war Mykerinos

Der ägyptische Geburtsname lautet Menkaure aber bekannter ist der griechische Name Mykerinos. Er war der 6. Pharao aus der 4. Dynastie im Alten Reich. Er regierte vermutlich in der Zeit von 2530 - 2510 v. Chr. (nach Schneider: Lexikon der Pharaonen).

Seine Eltern sind nicht gesichert. Man vermutet, er war ein Sohn von Pharao Chephren und der Königin Mutter Chamerernebti I. Er war verheiratet mit seiner Schwester Chamerernebti II. Bekannt ist der Pharao Mykerinos auch durch sein Pyramidenbau in Giseh (Giza).

 

 

 

Triade des Mykerinos

Mykerinos Triade mit der Gaugöttin (links) mit dem liegenden Schakal steht als Symbol für Kinopolis.

 

Zwischen traditionellen und neuen Formen künstlerischer Gestaltung

Die Figuren der Mykerinostriaden sind fast vollplastisch ausgearbeitet und nur an sehr wenigen Stellen mit der Rückenplatte verbunden.

Der Pharao in der Mitte  ist athletisch dargestellt mit einen kräftigen Brustkorb. Er nimmt die für Männer typische Schreithaltung mit dem linken Fuß nach vorn ein.

Die eng anliegenden hauchdünnen Gewänder der Göttin Hathor und der Gaugöttin zur Linken bringen die weiblichen Formen des Körpers besonders zur Geltung, so als wären sie nackt, Man spricht bei diesem sinnlichen Darstellungen auch vom “Nassen Kleid-Effekt”.

Nur die jeweilige Gaugöttin hat beide Füße parallel aufgesetzt, eine typische Darstellungen für Frauenfiguren.

 

 

Triade des Mykerinos

Diese Mykerinos Triade zeigt links die Gaugöttin mit dem Isisknoten auf dem Kopf. Ein Zeichen für den 7. oberägyptischen Verwaltungsbezirk Diospolis Parva, südlich der Provinz  Abydos.

Triade des Mykerinos

Die kleine männliche Gaufigur links vom Pharao, smbolisiert darstellend das was-Zepter und personifiziert den nomos Theben.

 

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (2), Christel Selke (1)

>> Land & Leute Ägypten