Safari Afrika > Land und Leute > Ägypten > Ägyptische Antike > Altes Reich

Pharao Chephren

4. Pharao der 4. Dynastie im Alten Reich

Ägypten

Chephren

Porträtansicht und Detail der wohl bekanntesten Statue des Pharao Chephren.. Hinter seinem Kopf breitet der Horusfalke die dem Herrscher schützenden Flügel aus.

Chephren

Die Staue des Pharao Chephren steht heute im Ägyptischen Museum in Kairo, sie ist ein typisches Herrscherbildnis der ägyptischen Antike. Die Stue zeigt Chephren sitzend auf seinem Thron. Pharao Chephren trägt das königliche Nemes-Kopftuch. Gefertigt wurde diese Statue aus dem sehr harten dunkelgrauen Diorit, der mit gelblichen und weißen Adern durchzogen ist. Das Gestein stammt aus dem nubischen  Toshka nahe dem 2. Nilkatarakt. Die Chephren-Statue ist trotz einiger Beschädigungen auf der linken Seite bestens erhalten, sehr glatt poliert und eine künstlerische Meisterleistung der damaligen Zeit., sie stammt aus der 4. Dynastie im  Alten Reich und somit aus der Regierungszeit von Chephren  zwischen 2572 und 2540 v. Chr.

Chephren

Seitenansicht der rechten  Thronseite mit der symbolischen Darstellung der Vereinigung der beiden Landesteile von Ober- und Unterägypten. Ein bedeutendes Pharaonen-Symbol, denn die Vereinigung wird mit der Person Chephren verknüpft.

 

Chephren auf 10 Pfund Banknote

Auch das heutige Ägypten ist sich seiner antiken Geschichte bewußt und verwendet die Symbole dieser Zeit sehr gerne. so auch auf dieser 10 Pfund Banknote. So hat fast jeder Ägypter täglich die Berührung mit Pharao Chephren.

 Pharao Chephren

Chephren war ein Sohn von Cheops, er folgte wahrscheinlich nicht gleich seinem Vater auf den Pharaonen-Thron, wahrscheinlich gab es noch eine sehr kurze Zwischenregierung durch seinen Bruder Djedefre und erst nach seinem Tod übernahm Chephren den Thron und regierte vermutlich 26 Jahre von 2572 bis 2546 v. Chr. Er war somit der 4. Pharao in der 4. Dynastie im Alten Reich. Cheops als sein Vater scheint belegt zu sein, über seine Mutter ist allerdings nichts bekannt. Verheiratet war Chephren mit seiner Halbschwester und großen königlichen Ehefrau Chamerernebti I., seiner Nichte Meresanch III. und den Frauen Persenet und Hekenuhedjet. Einer seiner nächsten Nachfolger als Pharao war Mykerinos, ein Sohn aus der Ehe mit Chamerernebti I.

Pharao Chephren war einer der bedeutensten Herrscher des Alten Reichs. Seine Pyramidenanlage in Giseh (Giza) spiegelt die Macht und den Reichtum Ägyptens zu dieser Zeit wider. Trotzdem ist aus seiner Regierungszeit nur sehr wenig bekannt. Der antike griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtete (ca.450 v.Chr.) nichts angenehmes über Chephren. Nach seinen Ausführungen war er wie sein Vater Cheops ein Tyrann, der in seiner Selbstherrlichkeit im Volke gefürchtet war. Herodot projizierte dabei politische Vorstellungen aus seiner Zeit in die Vergangenheit. Ägyptologen zweifeln daher die historische Korrektheit der Beurteilung  an.

Die Grabanlage des Chephren besteht aus seiner Pyramide sowie dem Toten- und dem Taltempel samt Aufweg. Im Taltempel entdeckte der Ägyptologe Auguste Mariette 1860 die berühmte Sitzstatue auf dem Löwenthron  des Herrschers (Fotos links).

Bei Chephren wurde die komplizierte Sonnentheologie des Alten Reiches sehr deutlich; danach lebt der verstorbene Pharao nach dieser komplexen Theologie nicht nur als König im Jenseits weiter, sondern wird dort zugleich auch zum Sonnengott Re.  Schon der Geburtsname des Pharaos, ägyptisch “Chaefre”, “ Er erscheint (nämlich) Re”, weist auf die enge Verbindung zwischen Pharao und Sonnengott hin.

Chephren - Sphinx von Gizeh

Die große Sphinx von Gizeh (Giza) in Ägypten ist die wohl größte und berühmteste Monumentalstatue.die jemals erbaut wurde. In der Gestalt besteht der Spinx aus dem Körper eines Löwen und der Kopf zeigt ein menschliches Gesicht. Es gibt ägyptologische Untersuchungen, die davon ausgehen, im Gesicht das Antlitz von Pharao Chephren zu erkennen. Es gibt aber bis heute (2018) noch keine 100 % sicheren Belege, dass der Sphinxkopf mit dem königlichen Nemes-Kopftuch den Pharao Chephren darstellt. Auch die unmittelbare Nähe zu seiner Pyramide ließ die Vermutung aufkommen, Chephren wäre auch der Bauherr der Sphinx, doch bis heute ist es nur eine wissenschaftliche Vermutung, die noch eine genauere Klärung bedarf, auch wenn man allgemein davon ausgeht, er hätte den Bau beauftragt.

Chephren - Sphinx von Gizeh

 

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (6), Christel Selke (4)

 

Chephren-Pyramide

Die Chephren-Pyramide ist nach der von Pharao Cheops, seinem Vater,  die zweitgrößte Pyramide auf dem Gizaplateau. Die Chephren-Pyramide liegt südwestlich von der des Cheops und obwohl sie etwas kleiner ist, wirkt sie erhabener und größer, weil sie auf einem etwa 10 Meter höher liegenden Baugrund steht. Die Seitenlänge beträgt exakt 210 m und die Höhe 136,5 m. Die beiden Eingänge zur Pyramide liegen auf der Nordseite, der eine liegt ebenerdig und der andere ist 13 Meter über dem Boden angelegt.

Chephren-Pyramide

Die Chephren-Pyramide ist die einzige ihrer Art, wo sich an der Spitze noch Reste der ursprünglichen Verkleidung aus Turakalkstein erhalten haben. Die Chephren-Pyramide kann man daher nicht mit den beiden anderen auf dem Gizaplateau verwechseln.

Chephren-Pyramide

 

Chephren-Pyramide

Vor der mächtigen Chephren-Pyramide wirkt der Sphinx verhältnismäßig klein in der Weite der Wüstenlandschaft des Gizaplateau.

 

Funktion und Größe der Sphinx

Weder die Bedeutung noch die Funktion der Sphinx sind wissenschaftlich eindeutig geklärt. Nach einer Theorie könnte Königtum und Sonnenkult in Verbindung stehen. Vor dem großen Sphinx befindet sich ein Tempel, dessen Architektur auf den Lauf der Sonne ausgerichtet ist. Der Sphinx vereint in sich die gottähnliche  Natur des Pharao mit dem machtvollen Wesen des Löwen und wurde im späteren Neuen Reich auch mit dem Gott Harmachis gleichgesetzt. Harmachis ist in der ägyptischen Mythologie eine lokale Gottheit in der Form des Sonnengottes Horus.

Der Sphinx hat eine Länge von 73,5  m mit den ausgestreckten Vorderbeinen und eine Höhe von etwa 20 m. Das Gesicht eine Breite von 4 m und mit dem Nemes-Kopftuch etwa 6 m.

>> Land & Leute Ägypten