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Das Grab des Nacht

Privatgrab eines höheren Beamten aus dem Neuen Reich

Ägypten

 Das Grab des Nacht TT52

Beim Grab des Nacht handelt es sich um ein privates Felsengrab für sich und seiner Ehefrau Taui. Es liegt unweit des Dorfes  Scheich Abd el-Gurna in der Nekropole von Theben-West im Tal der Noblen. Es wurde 1889 von Einheimischen entdeckt, Ägyptologen datieren das Grab in die Zeit der 18. Dynastie und in die Regierungszeit von wahrscheinlich Thutmosis IV, (1400 - 1390 v. Chr,). Es trägt die Registrierungs-Nummer TT52 (TT = Theban Tomb = Thebanisches Grab). Es ist somit kein einzelnes Grab, denn höhere Beamte und Angehörige der Oberschicht legten  während des Neuen Reichs in der hügeligen Felslandschaft auf der Westseite Thebens ihre Gräber an.

Obwohl das Grab des Nacht und seiner Frau Taui mit den Wanddekorationen scheinbar unvollendet blieb, zählt man es mit seinen schönen Wandmalereien zu den wertvollsten Privatgräbern. im Tal der Noblen. Das Grab selbst ist mit einem Vorhof, einer Quer- und Längshalle, in der sich auch noch die  Statuennische befindet  ausgestattet.

Wer war der Grabherr

Über den Grabinhaber Nacht (im altägyptischen “Der Starke”) ist nichts bekannt. Alle Angaben zur beruflichen Laufbahn und seiner Lebensweise stammen aus kurzen Texten aus seinem Grab. Seine ungenaue Beschreibung “Schreiber” ist wenig aussagekräftig einem 2. Titel zufolge war er ein “Stundenpriester des Amun”, in dieser Funktion war er für die pünktliche Durchührung von Kultritualen im Reichstempel des Amun-Re zuständig. Auf jeden Fall kann man ihn der mittleren Beamtenschicht zuordnen. Er muß auch ein Mensch gewesen sein, der den schönen Freuden des Lebens nicht abgeneigt war. Diesen Eindruck gewinnt man schnell, wenn man die bezaubernden Malereien in seinem Grab genauer betrachtet.

 

Grab des Nacht - Baumgöttin

Baumgöttin vor Opfergaben

An der linken westlichen Schmalwand der Querhalle  liegt die Scheintür, eine Schnittstelle zwischen Diesseits und Jenseits. Auf den Wandmalereien sieht man unter ihr die aufgetürmten Opfergaben und zu beiden Seiten steht die Baumgöttin, die noch weitere Opfergaben hinzufügt und von denen sich  die Verstorbenen im Jenseits Versorgung mit Speisen und Trank erhoffen.

 

Grab des Nacht, Nacht selbst

 

Grab des Nacht, seine Frau Taui

Darstellung des Nacht im Grab

 

Darstellung seiner Frau Taui im Grab mit Menat in der Hand.

Grab des Nacht, Szenen bei der Vogeljagd

 

Grab des Nacht, Musikantin

Nacht und seine Familie bei der Vogeljagd

 

Musikantin spielt zum Fest auf, Detail einer Musikantengruppe

Grab des Nacht - Fest im Grab

 

Grab des Nacht - Fest im Grab

Fest im Grab, weibliche Festteilnehmerinnen werden während der Feierlichkeiten von einer nackten Dienerin bedient . Es folgen im Bild rechts drei weitere Frauen mit Früchten in den Händen.

Grab des Nacht, Wandmalerei des Weinanbaus

 

 

 

 

Weinerzeugung nach der Reblese, Wandmalerei im Grab. Im alten Ägypten hatte man schon vor über 3400 Jahren einen ausgezeichneten Weinanbau.

 

 

 

 

 

 

Die Privatgräber im Tal der Noblen sind natürlich nicht zu vergleichen mit den großen Gräbern im Tal der Könige oder Königinnen. Sie sind erheblich kleiner und nicht so staatstragend ausgerichtet. Man sollte sich die Privatgräber aber trotzdem nicht entgehen lassen, auch wenn sie im Verhältnis erheblich bescheidener sind als die Pharaonengräber. Wir haben zwei Privatgräber besucht und waren stak beeindruckt von den auch in den Fels gehauenen kleinen Gräbern. Ihre wunderschönen Wandmalereien mit ihren kostspielig aufwendigen Farben sind von den Künstlern, in typischer Art für das Neue Reich, aufwendig und erzählend angefertigt worden. Wir können einen Besuch dieser kleinen faszinierenden Privatgräber nur wärmstens empfehlen.

Das Tal der Noblen ist nicht gerade überlaufen und schon deshalb kann man sich Zeit nehmen für eine ruhige und stressfreie Besichtigung.

Leider besteht auch bei diesen Gräbern und im Tal ein absolutes Fotoverbot, mit vielen Hinweisschildern.wird immer wieder darauf hingewiesen. Man wäre aber nicht in Ägypten, wenn es nicht auch dafür eine Lösung geben würde. Ergeben sich Möglichkeiten, sollte man auf die Blitzlichtnutzung auf jeden Fall verzichten.

Fotos: (c) Michael Kürschner (7), Christel Selke (1)

 

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