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Die Dau an der K├╝ste Ostafrikas

Traditionelle Boote vom Einbaum bis zum gro├čen Segelschiff an den K├╝sten Kenias

 Die traditionelle Dau in Ostafrika

Einige der bekanntesten Dau-Boote an der ostafrikanischen Swahili-K├╝ste

Jahazi

Ein Jahazi ist wohl die gr├Â├čte Bauart einer Dau an Afrikas Ostk├╝ste und nach historischen Vorbild noch heute recht weitverbreitet. Diese Daus sind als Segelboote schon seit vielen hunderten von Jahren wertvolle Handelschiffe die Ostafrika mit Arabien und Asien verbunden haben.

In ihrer Bauweise kann eine Jahazi  eine L├Ąnge von 20 - 25  Meter haben und war urspr├╝nglich als reines Frachtschiff eingesetzt. Erst sp├Ąter erkannte man auch den Nutzwert dieser Dau als Passagierschiff auf dem bis zu 100 Menschen untergebracht werden k├Ânnen. F├╝r viele Menschen war das eine enorme Erleichterung, wenn sie mit den Inseln im Indischen Ozean und dem afrikanischen Festland verbunden werden konnten, denn eine Jahazi ist selbst bei offener und rauher See ein sehr meerest├╝chtiger Langstreckensegler.

Heute haben diese Daus auch im Tourismus eine Bedeutung erlangt und werden immer beliebter als Ausflugssegler f├╝r das offene Meer. Sie ist nicht nur eine ideale Inselverbindung, sondern wird an verschiedenen Orten auch f├╝r Ausfl├╝ge zu den Delphinen und anderen Walen genutzt. Auch Genie├čer k├Ânnen das Abenteuer einer Dau-Fahrt auf dem Indischen Ozean in einem umgebauten Restaurant-Segler romantisch erleben.

Mashua

Eine Mashua ist wesentlich kleiner als eine Jahazi, ├Ąhnelt ihr aber in der Bauweise. Das Frachtverm├Âgen ist wesentlich kleiner und je nach der Gr├Â├če einer Mashua k├Ânnen auch nur 20 - 25 Passagiere aufgenommen werden.

Auch diese traditionelle Dau-Art  hat eine verschiedenartige Nutzung. Eignet sich f├╝r kleine Frachten und ist ideal f├╝r das offene Meer vor den Riffen und wird deshalb auch vielseitig in der Fischerei eingesetzt.

Ngalawa

Auch die Ngalawa ist ein traditionelles und sehr h├Ąufiges Einbaumkanu an den K├╝sten von Nordkenia bis nach Sansibar in Tansania. Mit seinen zwei schlanken Auslegern ist dieses Boot eine Weiterentwicklung des Mtumbwi. Die L├Ąnge dieser Boote betr├Ągt meist 4,5 - 6 Meter. Die stabile Konstruktion erlaubt es sogar ein kleines Segel zu setzen.

Es eignet sich perfekt f├╝r die Fischerei in ruhigen Gew├Ąssern in K├╝stenn├Ąhe, wird auch f├╝r kleine Frachten genutzt und kann sogar 4 - 6 Passagiere f├╝r kleinere Ausflugsfahrten aufnehmen, weshalb es bei Touristen auch sehr beliebt ist f├╝r romantische Fahrten in seichten Gew├Ąssern vom Strand zu den Riffd├Ąchern.

Mtumbwi

Mtumbwi geh├Ârt zu den ganz einfachen Bootstypen und wahrscheinlich auch zu den ├Ąltesten der kleinen Boote menschlicher Kultur. So primitiv die Boote auch sein m├Âgen, sie sind aus einem Stamm geschnitzt und werden auch Einbaum genannt und erf├╝llen ihren Zweck zum Fischen in stillen Gew├Ąssern auf Fl├╝ssen, Seen und an der K├╝ste in seichten Gew├Ąssern bis zu den Korallenb├Ąnken und in Lagunen. Es gibt sie auch mit kleinen Segeln, obwohl sie meist mit einem Ruder bewegt werden. Man sieht derartige Boote h├Ąufig auch an den K├╝sten in Strandn├Ąhe, wo sie meist auch verankert werden. Touristen haben am Strand auch oftmals die Gelegenheit gegen eine geringe Bezahlung mit dem Eigner bei beginnender Ebbe bis zu den Korallenriffen und den vorgelagerten Sandb├Ąnken zu fahren. F├╝r mehr als vier Personen mit dem Bootsf├╝hrer ist dieses Boot kaum geeignet und das Wasser mu├č ruhig sein, sonst kann es schon einmal passieren, dass man w├Ąhrend der Fahrt Wasser aus dem Boot sch├Âpfen mu├č.

Ansonsten wird dieser einfache Bootstyp ├╝berwiegend nur von  Fischern genutzt, die man mit diesen schmalen Booten und mit vollen Segeln in den fr├╝hen Morgenstunden h├Ąufig auch vom Strand aus beobachten kann

 

 

 

 

 

Dau mit Fischern

 Bilder verschiedener Daus

Dau oder auch Dhau geschrieben ist kein bestimmter Schiffstyp sondern die Sammelbezeichnung f├╝r eine gro├če Vielzahl sehr verschiedener Schiffe und es gibt sie auch in vielen Gr├Â├čen, vom kleinen Einbaum bis zum gro├čen traditionellen Segelschiff. Alle Bootstypen, die noch heute gebaut werden sind unver├Ąndert an der ostafrikanischen Swahili-K├╝ste im Einsatz und fuhren schon vor weit ├╝ber 1000 Jahren entlang der K├╝sten am Indischen Ozean und die gro├čen Daus waren schon immer wertvolle Handelschiffe nach Arabien und Indien.

Die historischen Wurzeln des Wortes Dau, sind bis heute nicht eindeutig gekl├Ąrt und es gibt viele Theorien aus dem arabischen, persischen und dem indo-asiatischen Sprachraum. Plausibel klingt aber die theoretische Ableitung von dem Swahili-Wort kidau, einem Begriff f├╝r kleine Boote.

Dau - Jahazi

Jahazi nennt man traditionell die gr├Â├čeren Daus

Dau Briefmarke

Eine Jahazi auf einer kenianischen Briefmarke aus einem Satz mit historischen Daus. Dieser Satz “Dhaus of Kenya” erschien im Oktober 1986 an den Postschaltern Kenias

Dau - Jahazi

Dau

Neben der gr├Â├čeren Jahazi liegen die etwas kleineren Mashua im Fischerhafen von Kilifi

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Dau

Ein Ngalawa fest verankert auf den Sandb├Ąnken in Riffdachn├Ąhe

 

 

Dau, Mtumbwi

Eine ganz einfache Form eines Mtumbwi

 

 

Fotos: (c) Michael K├╝rschner

 

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