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Riffe an Kenias K├╝ste erleben

Bei Ebbe das Riffdach und die Natur der K├╝stenlandschaft entdecken

  Das Leben auf dem Riffdach

Riffdach

Dort wo die Wellen sich bei Ebbe brechen, liegt die Riffkante, wo das eigentliche Korallenriff in die Tiefe geht. Das Riffdach ist die Masse des Riffs, es wird bei Ebbe fast freigelegt und man kann es betreten um viele Kleinlebewesen die auf dem Riffdach leben beobachten zu k├Ânnen. Vom Riffach ausgehend und Richtung Strand abfallend liegt meist eine breite Sandbank aus sehr feinem Korallensand. Zwischen dem Strand und der Sandbank liegt dann bei Ebbe noch ein schmaler Streifen flachen Meerwassers und durch dieses ruhige Wasser kann man das Riffdach zum Wandern leicht erreichen. Durch diesen ├Âkologisch wichtigen Aufbau eines Riffes wird die K├╝ste gesch├╝tzt und kann nicht durch die harten Wellen des Indischen Ozeans zerst├Ârt werden.

Protoreaster lincki

Auch den wohl sch├Ânsten Seestern, den Roten Stern von Afrika, trifft man auf den Riffd├Ąchern am Indischen Ozean nicht selten an.

Seeigel

Versteckt  in Korallensteinspalten warten die Seeigel auf die Flut. Im seichten und vom hellen Sonnenlicht angestrahlt kann man diese kleinen bizarren Wesen gut beobachten.

Korallen auf dem Riffdach

Neben den zahlreichen Seeigeln, Seesternen, Schnecken, Fischen und Einsiedlerkrebsen findet man in diesem empfindlichen ├ľkosystem auf dem Riffdach auch junge Korallen, Schw├Ąmme und eine Vielzahl verschiedener maritimer Pflanzen, deshalb sollte man beim Laufen und Anfassen gro├če Vorsicht walten lassen, wenn man diese Gesch├Âpfe unweit der Traumstr├Ąnde erleben will.

 Das Riff und seine Baumeister

Kenia hat deshalb so traumhaft sch├Âne Sandstr├Ąnde, weil entlang der K├╝ste ein vorgelagerter Saum von vielen Riffen liegt. Sie halten die starke Wucht der Brandungen ab, die der Indische Ozean st├Ąndig an die K├╝ste treibt. Wenn die  Flut mit st├Ąrkeren Wellen f├╝r wenige Stunden den Strand raubt, ist alles enorm abgeschw├Ącht durch die vorgelagerten Korallenfelsen. Der tropische Sandstrand bleibt somit erhalten und die K├╝ste wird in ihrem Umfeld ├Âkologisch stabilisiert.

Riffwandern01

Ein Riffdach an der Nordk├╝ste wurde bei Ebbe freigelegt und in den kleinen Restwasserarealen wimmelt es von maritimen Leben, weshalb nicht selten auch zahlreiche Vogelarten diese Gelegenheit nutzen um auf Beutefang zu gehen.

 

Das Riff ist eine dicht unter dem Wasserspiegel vom Meeresboden aufragende felsige Erhebung, die aus Ablagerungen riffbildender Organismen aufgebaut wurde. Obwohl verschiedene Baumeister an der Riffbildung beteiligt sind, ist die Steinkoralle unter den Tieren zu nennen und in anderen Gebieten auch die Riffalge als Pflanze. Riffe gibt es nur in Landn├Ąhe und der Untergrund auf dem sie basieren liegt meist nicht tiefer als 50 m, weil Korallen einen hohen Lichtbedarf haben und selbst bei extrem klarem Meerwasser das Licht nicht mehr ausreichend ist. Die kleinen Korallenpolypen schaffen diese Arbeit aber nicht alleine. Unterst├╝tzt werden sie durch einzellige Mikroalgen, mit denen die Korallen in Symbiose leben, sie erhalten wertvolle N├Ąhrstoffe und Hilfe bei der Kalkbildung.

Da sich ├╝ber die Zeit der Entwicklung die zum Land gerichtete Seite mit Sand f├╝llt entstehen traumhafte wei├če Sandb├Ąnke, die bei Ebbe wie ein zweiter Sandstrand wirken. Reisende an der S├╝dk├╝ste von Kenia k├Ânnen dies besonders an der Diani Beach erleben.

Bei Ebbe das Riff erleben

Wenn nach den Gezeitenzonen das Wasser von der K├╝ste zur├╝ckweicht, nennt man das Ebbe, und diese Zeit muss man nutzen, wenn man auf der Sandbank oder auf dem “Dach” der Riffe wandern will. Es bieten sich die Gelegenheiten zum Schnorcheln oder beim Wandern die vielen  kleinen Meerwassert├╝mpel nach Lebewesen abzusuchen. Das Baden und T├╝mpeln ist sehr angenehm, da bei intensiver Sonneneinstrahlung in den kleinen Wasserarealen die Wassertemperatur zwischen 35 und 40 Grad C liegen kann. Mit etwas Gl├╝ck kann man viele verschiedene Tierarten beobachten, die sich bei Ebbe in die Rifft├╝mpel zur├╝ckziehen konnten.

Meerestiere die man sehen kann

Neben Seescheiden und verschiedenen Seeigeln (Foto rechts) kann man u.a. Seesterne in der farbenpr├Ąchtigen Vielfalt erleben, aber auch die feingliedrigen Schlangensterne, junge Korallen, Schnecken und Riesenmuscheln. Das Wasser kann so klar und still sein, dass man direkt in das Wasser fotografieren kann. Ferner kann man Krabben und Krebse, Seegurken und eine Vielzahl kleiner Korallenfische beobachten und mit etwas Gl├╝ck sieht man in den Verstecken auch eine Mur├Ąne oder einen kleinen Rochen, der halb im Sand vergraben ist. Besonders farbenpr├Ąchtig im sonnendurchfluteten Meerwasser ist der African Red-Knop Star Protoreaster lincki, ein sch├Âner Seestern, der immer gut ist f├╝r ein fantastischen Rifffoto f├╝r das Fotoalbum einer Keniareise.

 

 

 Das Riff ein komplexes ├ľkosystem

Wenn wir die M├Âglichkeit haben ein Riff zu erleben, sollte einem bewusst sein, dass so ein Riff ein komplexes und sensibles ├ľkosystem darstellt. Es ist nicht nur ein Kalkfelsen in Ufern├Ąhe, besetzt mit vielen Tieren, sondern ein in vielen tausenden von Jahren langsam gewachsenes Gebilde, dem sich das ganze Biosystem dem ├Âkologischen Umfeld angepasst hat. ├ähnlich den tropischen Regenw├Ąldern auf dem Festland ist die Artenvielfalt eines Riffes enorm. Eine Zerst├Ârung der Riffe w├╝rde auch das Ende vieler Tierarten bedeuten. Riffe sind auch die Kinderstube vieler Fischarten und f├╝r die einheimische Bev├Âlkerung eine bedeutende Nahrungsquelle. Der kenianische Staat lebt vom globalen Tourismus. Sind seine Riffe alle zerst├Ârt gibt es keine Traumstr├Ąnde und die Touristen bleiben aus und als Folge w├Ąre auch das Gro├čwild in den Nationalparks gef├Ąhrdet, denn diese werden ├╝berwiegend durch den Tourismus finanziert. Das Riff ist ein Biosystem, dass allen Naturgewalten begegnen kann, aber nicht den menschlichen Einfl├╝ssen, die wir heute als globale Erw├Ąrmung kennen.

Unsere gro├če Bitte an alle Touristen

Neben der globalen Erw├Ąrmung als Hauptfeind aller Riffe, tragen auch viele Touristen entweder durch Unwissenheit oder durch Eigennutz zur Zerst├Ârung der Riffe bei. Wir haben daher die gro├če Bitte an alle Keniareisenden, helfen Sie mit, diese Riffe mit ihrer Tierwelt zu sch├╝tzen. Man muss keine Tiere fangen f├╝r das heimische Aquarium. Die Todesrate dieser Tiere liegt sehr hoch, t├Âten Sie bitte keine Tiere, die z.B. als Schmuck in der Vitrine landen. Weil die Nachfrage scheinbar besteht bieten viele einheimische Fischer extra f├╝r die Touristen get├Âtete Schnecken, Seesterne und Muscheln an. Wenn nur jeder 5.Tourist so ein Tier erwirbt, sind es am Ende eines Jahres hunderttausende, die der Artenvielfalt eines Riffen fehlen. In diesem Zusammenhang sei auch an den Artenschutz erinnert der gesetzlich geregelt ist und die Einfuhr vieler Arten nach Deutschland verbietet.

Auch das Betreten eines Riffes hat gewisse Regeln, die man dringend einhalten sollte. Betreten Sie bitte keine Fl├Ąchen die aus Tierk├Ârpern bestehen k├Ânnten, bleiben Sie mit gutem Schuhwerk f├╝r Ihre F├╝├če auf dem Kalkstein oder reinem Sand. Sch├╝tzen Sie bitte die Tiere auch vor unn├Âtigen Stress, Tiere brauchen ihre Kraft, um die Zeit bis zur Flut gesund zu ├╝berstehen. Entnehmen Sie einen Seestern oder eine Schnecke zum betrachten oder fotografieren, dann setzen Sie diese Riffbewohner wieder behutsam an ihren urspr├╝nglichen Platz. Die Liste der Beispiele k├Ânnte man fortsetzen, doch wir wollten mit diesen Hinweisen nur betonen, dass auch noch nachfolgende Generationen ein intaktes und artenreiches Riff vorfinden k├Ânnen und das Kenia als traumhaftes Reiseland durch das Absterben der Riffe vor einer ├Âkologischen Katastrophe gesch├╝tzt bleibt.

Sandbank hinter dem Riff

Wie hier an der Diani Beach an Kenias S├╝dk├╝ste werden oft im R├╝cken der Riffe traumhafte sehr feine Sandb├Ąnke freigelegt, wenn die Ebbe ihren H├Âhepunkt hat. Mit einem Einbaum sind diese sehr bequem zu erreichen und es l├Ąuft sich fantastisch durch das sehr flache warme Wasser und auf dem strahlend wei├čen Sand.

 

Fotos: © Michael K├╝rschner

 

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