Safari Afrika - Afrikanische Tierwelt > Reptilien > Testudinidae - Landschildkröten

Spornschildkröte - Centrochelys sulcata

 Systematik

Centrochelys sulcata

Ordnung :

Testudinata -  Schildkröten

Familie :

Testudinidae - Landschildkröten

Gattung :

Centrochelys

Art :

Centrochelys sulcata

 

 

Trivialname

 

deutsch :

Spornschildkröte

englisch :

African spurred tortoise

französisch:

Tortue sillonnée

swahili :

 

 

 Vorkommen

Das große Verbreitungsgebiet liegt in Afrika in der Sahelzone südlich der Sahara und in Nordostafrika. In folgenden Ländern ist ihr Vorkommen bekannt: Ägypten, Äthiopien, Benin, Eritrea, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Somalia, Sudan, Togo und Tschad. Die natürlichen Habitate können sehr unterschiedlich sein  und reichen von sehr trockenen steinigen Halbwüsten mit spärlichen Grasland, bis zu Busch- und Grassavannen mit Affenbrotbäumen (Baobabs), Akazien und Tamarinden.

Fundort

El Gouna Aquarium (Hurghada) am Roten Meer in Ägypten 2018.

 

 

 

 

Artenschutz

Die Spornschildkröte wird in der roten Liste als gefährdet und im Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen im Anhang II als bedrohte Art geführt.

 Beschreibung

Die Spornschildkröte ist die zweitgrößte Schildkrötenart Afrikas nach der Seychellen Riesenschildkröte. Sie kann eine eine Rückenpanzerlänge von etwa 85 cm und ein Gewicht von über 100 kg erreichen. Der verhältnismäßig abgeflachte Rückenpanzer (Carapax) hat gebogene Randschilde. Die Wachstumsringe sind ausgeprägt und bleiben auch im Alter erhalten und sind sogar noch auf dem Bauchpanzer erkennbar. Die Färbung des Panzers kann von einem kräftigen braun bis hellbraun, olivbraun und beige variieren. Aber das auffallende Körpermerkmal sind die namensgebenden und deutlich erkennbaren Oberschenkelsporne, die bei beiden Geschlechtern vorhanden sind.

Die Spornschildkröte ist an extreme Klimabedingungen angepasst In manchen geografisch vorkommenden Regionen können die Tagestemperaturen jahreszeitlich bedingt auf Dauer schon 40 - 45 Grad Celsius ohne Niederschläge  betragen. In dieser Zeit neigt die Spornschildkröte zum “Sommerschlaf”, ähnlich einem Winterschlaf, den sie meist in selbstgegrabenen Erdhöhlen mit deutlich gesenkten Herzkreislauf- und Stoffwechselfunktionen verbringt. In anderen Regionen verbringen sie dagegen nur den Tag versteckt in ihren Höhlen und haben nur in der Morgen- und Abendämmerung ihre Hauptaktivität für die Suche nach geeigneter Nahrung.

Spornschildkröte

Die erkennbaren Oberschenkelsporne der Hinterbeine sind auch schon bei einem Jungtier ausgeprägt.

 

Fortpflanzung

Wie für Schildkröten typisch, gibt es auch bei der Spornschildkröte einen deutlichen Sexualdimorphismus, denn die Geschlechter lassen sich im geschlechtsreifen Alter deutlich unterscheiden. Männliche Tiere werden deutlich größer und schwerer, sie haben einen längeren Schwanz und größere Oberschenkelsporne, aber das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der nach innen gewölbte Bauchpanzer (Plastron).

Die Fortpflanzungszeit kann ganzjährig erfolgen und hängt wohl eher vom ausreichenden Nahrungsangebot und von feuchten oder kühleren Klimawerten ab.

Ein Gelege kann bis zu 40 Eier umfassen und wird in einer Erdmulde vergraben. Da die Brutzeit vom Klima abhängig ist, kann die Inkubationszeit auch 4-5 Monate dauern bis die Jungtiere schlüpfen.

Spornschildkröte

Eine noch sehr junge Spornschildkröte - Centrochelys sulcata aus Ägypten. Entsprechend ihrer Größe könnte man dieses Exemplar noch als Kleinkind einstufen.

Spornschildkröte

 

 

Nahrung

Spornschildkröten  ernähren sich überwiegend von Gräsern und Kräutern. Klimatisch angepasst benötigen sie nur einen geringen Wasserbedarf und kommen meist auch mit der Feuchtigkeit der Pflanzen und dem Morgentau aus. In den sehr heißen Monaten bevorzugen sie auch sukkulente Pflanzen, wie zum Beispiel  Commelina- und Portulaca-Arten um sich ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen. Neben einer vegetarischen Lebensweise sind Spornschildkröten wahrscheinlich auch flexitarisch veranlagt und nehmen neben der reinen Pflanzennahrung zum Teil auch Insekten und deren Larven, seltener Aas und frischen Kot von Pflanzenessern an.

 

 

 

 

 

Fotos : (c) Michael Kürschner (1), Christel Selke (2)

> Reptilien