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Afrikanischer Löwe - Panthera leo

 Systematik

Löwe

Ordnung :

Raubtiere - Carnivora

Familie :

Felidae - Katzen

Gattung :

Panthera

Art :

Panthera leo

 

 

Trivialname

 

deutsch :

Afrikanischer Löwe, Löwe

englisch :

Lion

französisch:

Lion

swahili :

Simba

afrikaans :

Leeu

 Vorkommen

Der afrikanische Löwe kommt sĂŒdlich der Sahara vor, zwar auch in West- und Zentralafrika, doch sichere und grĂ¶ĂŸere BestĂ€nde nur noch in Ost- und SĂŒdafrika. Insgesamt geht der Bestand aber seit Jahren zurĂŒck. In den bekannten und grĂ¶ĂŸeren Wildschutzgebieten Kenias kann man den “König der Löwen” noch erleben und bewundern. Offene Savannen, Busch- und Baumsavannen sind seine Heimat.

 

 

 

Fundort

 

Amboseli, Tsavo Ost und Masai Mara in Kenia in den Jahren von 1995-2012

 

 

Der Löwe als Briefmarkenmotiv aus Kenia

Löwe auf Briefmarke

 1966

 

Löwe auf Briefmarke 

1998

 

 

 

Löwen vor dem FrĂŒhstĂŒck

Um Löwen sicher sehen zu können, muss man die FrĂŒh- oder Abendpirsch nutzen, weil die Temperaturen dann relativ niedrig liegen. In der Mittagshitze leben sie fast versteckt im Unterholz oder unter hohen GrĂ€sern verborgen. Wir kennen die Gesetze der Fotojagd, die uns allen viel Geduld und morgens einen starken kenianischen Kaffee oder Tee abverlangt. Ist alles im “ Kasten” kann man in aller Ruhe unter den Eindruck einer erfolgreichen “Jagd” zum Essen gehen.

Löwen im Hitzestress

Aus der Presse: Nairobi (dpa)

Berliner Tagesspiegel Juni 2002

Unter Kenias Königen der Savanne macht sich Kahlschlag breit. Forscher aus aller Welt wundern sich ĂŒber die mĂ€hnenlosen Löwen. Im Ă€ltesten Nationalpark des ostafrikanischen Landes, dem Tsavo, sind die MĂ€nnchen ohne typischen Kopfschmuck zwar eine Attraktion fĂŒr die Touristen. Den WildhĂŒtern und Wissenschaftlern bereiten sie aber Sorgen. Und so forscht Samuel Kasiki von der kenianischen Wildschutzbehörde schon seit vier Jahren ĂŒber die Ursachen der Anomalie.

In seiner Forschungsstation rund 60 km sĂŒdöstlich von Voi, fĂŒhren er und seine Kollegen regelmĂ€ĂŸig Untersuchungen durch. “ Wir entnehmen einem betĂ€ubtem mĂ€hnenlosen Löwen Haarproben, um sie anschließend genetisch zu untersuchen”, erlĂ€utert Kasiki. Unter den bis zu 300 Löwen des gesamten Schutzgebietes komme inzwischen die Mehrheit ohne den zotteligen Kopfschmuck daher. “ UrsprĂŒnglich dachte man, diese Löwen seihen nahe Verwandte der Höhlenlöwen”, erklĂ€rt Kasiki. Doch er wie auch ein parallel arbeitendes  Wissenschaftlerteam aus den USA fĂŒhren den mangelnden Haarwuchs eher auf klimatische GrĂŒnde zurĂŒck. Im Tsavo NP, der bekannt ist fĂŒr seine WeitlĂ€ufigkeit und Trockenheit,  ist es nĂ€mlich sehr heiß. “ Die MĂ€nnchen stehen dauernd unter Hitze- und Futterstress. Vermutlich wĂ€chst daher ihre MĂ€hne erst gar nicht”, zitiert das Magazin “National Geographic Deutschland” die US- amerikanische Tsavo-Löwen-Forscherin Peyton West. “ In der Tat sind die meisten Löwen, die ihr Revier auf offenen FlĂ€chen haben, mĂ€hnenlos”, meint auch ihr kenianische Kollege Samuel Kasiki. Bei Beobachtungen der mĂ€hnenlosen Löwen hat sich herausgestellt, dass die Tiere aggressiver sind als ihre haarigeren BrĂŒder.

 

 

 

 

 

 

Löwen05

Löwen auf einer Safari zu beobachten gehört zweifellos zu den Höhepunkten einer jeden Ostafrikareise. Ihn in Freiheit zu erleben in der atemberaubenden Naturlandschaft ist ein Erlebnis fĂŒr das ganze Leben.

 

Löwen in Tsavo

Typischer Löwe fast ohne MĂ€hne in Tsavo Ost, Juni 2010. Seine Weibchen im Rudel akzeptieren ihn aber als “Chef” und BeschĂŒtzer.

Löwe in Amboseli

Löwe im Amboseli Nationalpark 2010. Seine MÀhne ist zwar wesentlich ausgeprÀgter als die seiner Artgenossen in Tsavo, doch von einer MÀhnenpracht ist auch dieses MÀnnchen weit entfernt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos : (c) Michael KĂŒrschner, safari-afrika.de

Beschreibung

Der Löwe ist eine prachtvolle und beeindruckende Katze, die selten allein anzutreffen ist. Der Löwe bevorzugt das Leben in einer Gruppe, die aus 3 bis 15 Weibchen und den Jungen bestehen kann mit mindestens einem MĂ€nnchen. Man hat aber auch schon grĂ¶ĂŸere Gruppen angetroffen. Der Löwe ist das grĂ¶ĂŸte und bedeutendste Landraubtier Afrikas. Die schlanken Weibchen sind  etwas kleiner und leichter als die MĂ€nnchen. MĂ€nnliche Jungtiere haben noch keine MĂ€hne, sie wĂ€chst erst ĂŒber Jahre mit Beginn der Geschlechtsreife. Neuerdings beobachtet man auch MĂ€nnchen in Kenia mit nur einer sehr schwachen Entwicklung einer MĂ€hne.

Der Löwe hat ein sehr kurzes meist sandfarbenes Fell und sind somit perfekt an seinen Lebensraum angepasst, wobei die Unterseite und die Innenseite der Beine hÀufig deutlich heller gefÀrbt sind. Junge Löwen haben im 1. Lebensjahr eine noch sehr deutlich ausgeprÀgte Fleckenzeichnung, die im Alter entweder völlig verschwindet oder vereinzelt nur schwach noch erkennbar ist.

Ein typisches Merkmal aller Löwen ist die deutlich erkennbare schwarze Quaste an der Spitze des Schwanzes.

Die Weibchen meistern den Alltag unter den Löwen, sie kĂŒmmern sich um die Jungen und sorgen fĂŒr genĂŒgend Nahrung. In einer Gruppe entwickeln sie hĂ€ufig regelrechte Jagdstrategien mit denen sie erfolgreicher sein können. Die imposanten MĂ€nnchen bieten dafĂŒr Sicherheit und sind nicht so erfolgreiche JĂ€ger wie die Weibchen, weshalb so manch ein mĂ€nnlicher Löwe vom Rudel der Weibchen durchgefĂŒttert wird.

GrĂ¶ĂŸe und Gewicht

KopfrumpflÀnge > 220 cm MÀnnchen

SchwanzlÀnge bis etwa 100 cm

Widerristhöhe > 120 MÀnnchen

Gewicht kann bis 230 kg betragen beim MĂ€nnchen

 

Löwe, kindliche Fleckenzeichnung

Junge Löwen haben im Fell noch zahlreiche dunkle Flecken, die im Alter aber stark verblassen oder ganz verschwinden. Zum Teil kann man aber auch bei erwachsenen Löwinnen noch die schwache Andeutung der Flecken beobachten.

Löwe Vorderhand

Löwe Hinterhand

Bild links zeigt die Sohle der Vorderhand und im Bild rechts, die rechte Sohle der Hinterhand einer Löwin.

 

Fortpflanzung

Der Löwe hat eine polygame Lebensweise und die Fortpflanzung ist an keine bestimmte Paarungszeit gebunden. Nicht nur im Lebensalltag, sondern auch beim Sex hat die Löwin die bestimmende Rolle und erst wenn sie es zulĂ€ĂŸt kann es zur Paarung kommen. Zeigt die Löwin ihre Paarungsbereitschaft legt sie sich auf den Bauch und er kann sie von hinten besteigen. Kommt es zur Kopulation, beißt er sie zart in den Nacken, was fĂŒr die Löwin das Signal ist still zu halten. Eine Kopulation dauert nur wenige Sekunden, wird aber noch oftmals an einem Tag wiederholt. Eine Paarungsbereitschaft der Löwin kann bis zu fĂŒnf Tage anhalten, eine Zeit die der mĂ€nnliche Löwe als ein mĂ€chtig wirkender König der Savanne nutzen muß.

In den ersten 8 Lebenswochen werden die Jungen ausschließlich von der eigenen Mutter abseits vom Rudel allein gesĂ€ugt. SpĂ€ter nehmen sie auch die Milch anderer Weibchen im Rudel an. In dieser Zeit ĂŒbernehmen auch die anderen Weibchen die Jugenderziehung.

Anzahl der Jungen

1 bis 4

Tragzeit

etwa 4 Monate

Geburtsgewicht

bis 1500 g

SĂ€ugezeit der Mutter

7 bis 8 Wochen

GesamtsÀugezeit

bis zu 20 Wochen

Geschlechtsreife

mit 2 bis 3 Jahren

Löwenpaar

Ein LöwenpĂ€rchen in der Masai Mara. Das MĂ€nnchen verfolgte seine auserwĂ€hlte Partnerin mit unermĂŒdlicher Geduld.

Löwe

Ein wohlgenÀhrtes Jungtier trabt seelenruhig zu seiner Mutter.

 

 

 

Nahrung

Reine Fleischfresser. Zu den Beutetieren zĂ€hlen ĂŒberwiegend Gazellen, Antilopen, Gnus und Zebras, seltener auch BĂŒffel. In Notzeiten auch kleinere SĂ€uger, Reptilien und Vögel.

Löwen

Auf einem kleinen HĂŒgel sicher untergebracht warten diese Junglöwen gehorsam und sehr geduldig auf die vier Löwinnen aus dem Rudel, die in diesem Augenblick gemeinsam auf der Jagd waren. Leider war die Jagd auf ein Warzenschwein erfolglos. Trotz einer ausgetĂŒftelten Jagdtechnik, die fast zum Erfolg gefĂŒhrt hĂ€tte, machte der Go-Away-Bird Corythaixoides leucogaster mit seinem Warnschrei alles zunichte. Das Warzenschwein konnte sich dadurch im letzten Moment noch in Sicherheit bringen und mit der besten Jagdtechnik gingen die Löwinnen leer aus.

Löwin bei der Jagd

Der Löwe als das mĂ€chtigste Raubtier Afrikas hat nicht immer das JagdglĂŒck auf seiner Seite. Oft vergehen wieder Tage bis fĂŒr das Rudel genĂŒgend Nahrung erbeutet wird.

Löwe in Tsavo Ost

Weiblicher Löwe im Tsavo Ost Nationalpark 2010

Weiblicher Löwe in der Masai Mara in Kenia

Weiblicher Löwe in der Masai Mara in Kenia

Junge Löwin

Jugendlicher Löwe in Tsavo Ost (Weibchen)

Löwen im Regen

Regen und kĂŒhler Wind ist auch fĂŒr Löwen unangenehm und Kuscheln tut gut fĂŒr die zwei Löwinnen mit Jungtier zur AbenddĂ€mmerung in der  Masai Mara 2008.

Löwin in der Masai Mara

 

Löwe in Tsavo

Eine schwangeres Weibchen ruht nach dem Trinken am Ufer einer WassertrÀnke. Auffallend sind die vielen erkennbaren Zecken am Hals.

Löwe 12

Zwei einsame Löwinnen verlassen nach gelöschtem Durst ein Wasserloch im Tsavo Ost Nationalpark (2011).

MÀnnliche Löwen

Löwe, mÀnnlich

Immer ein wachsamer Blick im Revier vom “König der Löwen” in der Masai Mara.

Löwe, mÀnnlich

MĂ€nnlicher Löwe vor dem Kadaver eines Elefanten im großen DĂŒrrejahr 2009 im Tsavo Ost Nationalpark.

Löwe , mÀnnlich

 

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